Samstag, 18. November 2017

5-Tage-Intensivkurs Achtsames Selbstmitgefühl (Mindful Selfcompassion)



„Wer macht denn wohl sowas?“
Mit dieser Frage im Hinterkopf über die anderen mir noch unbekannten Teilnehmer mache ich mich auf den Weg zur Akademie am Meer auf Sylt zum 5-Tage-Intensivkurs „Achtsames Selbstmitgefühl“ (Mindful Selfcompassion) von Evelyn Rodtmann und Christel von Scheidt. Schon im März 2017 hatte ich den im November stattfindenden Kurs gebucht. Zuvor hatte ich das Buch „AchtsamesSelbstmitgefühl“ von Christopher Germer gelesen, welches mich sehr begeistert hatte. Die Übungen und Anregungen ließen sich aber nicht so einfach im Alltag umsetzen. Außerdem wollte ich endlich mal einen längeren Meditationskurs besuchen, der nicht gleich ein kompletter Schweigekurs ist. Dazu kommt, dass ich sowieso eine ganz besondere Zuneigung zur Natur auf der Insel Sylt pflege.


Ich komme bei Nieselregen an der Akademie am Meer an, das Verwaltungsgebäude ist bereits geschlossen. Jedoch begegne ich einem sehr hilfsbereiten Mitarbeiter, der mir zeigt, wo mein Schlüssel liegt, mir das Haus mit meiner Unterkunft zeigt und mir auch alle sonstigen Informationen zukommen lässt. Und dies alles obwohl er schon längst Feierabend hat. Wenn das nicht ein perfekter Start ist.


Klappholttal, die Akademie am Meer, liegt zwischen den Nordseebädern Kampen und List. Die Volkshochschule Klappholttal ist eine Stätte der Jugend- und Erwachsenenbildung. Als Teilnehmer eines Kurses oder als Urlaubsgast wohnt man in einfachen, behaglich eingerichteten Einzel-, Doppel- oder Mehrbetthäusern. Die Häuser liegen verstreut im akademieeigenen Dünengebiet, das 7,5 ha umfasst (siehe auch: http://www.akademie-am-meer.de).


Es hat etwas von einem kleinen Dorf, in dem Menschen aller Coleur eine Vielzahl von VHS-Intensivkursen belegen. Das Ausmaß des Angebots wird mir jedoch erst beim Besuch des Speisesaals bewusst. Sind dies alles Menschen von meinem Kurs? Nein, das kann nicht sein. Erstmal einen Teller nehmen und diesen mit Leckereien vom Büffet auffüllen. Aber wo kann ich mich denn nun hinsetzen? Ah, da ist ein 4er-Tisch frei. Oh nee, da ist ein Schild, dass es sich hierbei um den Tisch für eine QiGong-Gruppe handelt. Nach ein wenig tolpatschigem Herumgeiere finde ich dann doch den Tisch, der für „mein“ Seminar reserviert ist. Ein paar Menschen sitzen schon dort, andere gesellen sich nach und nach dazu … Ich werde neugierig! Man kommt ins Gespräch.


Nach dem Abendessen treffen wir uns in unserem Seminarraum. Für jeden liegen 2 Decken auf 2 Yogamatten bereit. Es ist gemütlich und einladend. Die Seminarleiterinnen sind so sympathisch wie Sie auf Ihrer Webseite wirken. Was ein Glück! Wir kommen zunächst mit einer kurzen Meditation im hier und jetzt an. Irgendwann beginnt die Vorstellungsrunde. Hierbei fällt mir sofort positiv auf, dass wir uns nicht reihum vorstellen, also nicht einer gezwungen ist, mit der Vorstellung seiner Selbst zu beginnen, nur weil er oder sie zufällig am Rand sitzt, sondern jeder sich seinen Zeitpunkt selbst auswählen kann. Ich stelle fest, dass ich es die nächsten Tage mit interessanten Menschen zu tun haben werde und gehe nach unserem ersten Zusammentreffen mit einem äußerst angenehmen Gefühl ins Bett.


Aber worum genau geht es jetzt eigentlich in dem Seminar genau? Es geht darum eine geistige Haltung zu erlernen und zu entwickeln, um sich selbst mit Freundlichkeit und Akzeptanz zur Seite zu stehen - auch in schwierigen Momenten den Lebens. Jeder von uns kennt den inneren Kritiker. Schon in einer der ersten Übungen am zweiten Tag wird uns allen sehr bewusst, wie stark dieser innere Kritiker in jedem von uns „wütet“. Zunächst stellen wir uns vor, was wir zu einem guten Freund sagen, wenn dieser in einer Krise steckt oder wenn ihm etwas misslungen ist. Danach stellen wir uns vor, was wir in einer ähnlichen Situation zu uns selbst sagen, wenn wir in einer Krise stecken oder uns etwas misslungen ist. Der Unterschied, den in unserer Gruppe alle von uns ausmachen können, ist aufrüttelnd. Um uns selber mit mehr Freundlichkeit im Leben zu begegnen und unser Leben so letztendlich auch weniger stressig zu erleben, bekommen wir Theorie veranschaulicht - mittels Flipchart und Filmmaterial - und beruhend auf psychologischen Forschungsergebnissen und wir erlernen Achtsamkeits- und Meditations-Übungen, die ihren Ursprung unter anderem im Buddhismus haben.


Im weiteren Verlauf der Tage – wir haben uns alle schon besser kennengelernt – machen wir auch Partnerschaftsübungen und tauschen uns in Kleingruppen aber auch immer wieder in der großen Gruppe aus. Wenn beabsichtigt ist, sich nach den Übungen in Kleingruppen auszutauschen, wird von den Gruppenleiterinnen immer darauf hingewiesen, dass man sich als Thema für die Übung eines aussuchen soll, welches man auch in der Kleingruppe offenbaren möchte. Evelyn und Chris haben das was sie lehren wirklich verinnerlicht, denn sie führen uns im Gespräch immer wieder geschickt ins hier und jetzt. Beim Auftauchen von schwierigen Gefühlen stehen die beiden jedem einzelnen stets zur Seite. Einzelgespräche nach den Seminarzeiten werden vielfach in Anspruch genommen.


In den freien Zeiten bleibt Zeit um die Insel zu erforschen. Nur ein paar Meter von dem beschaulichen „Dorf“ die Düne hinauf, schon wird man von der lebendigen Nordsee empfangen.


Das Wetter ist wechselhaft, aber der freie Vormittag wird von dem starken Team der beiden Kursleiterinnen gekonnt mit Hinblick auf die Wettervorhersage eingeplant. Einige von uns mieten sich Fahrräder, andere machen Spaziergänge am Meer Richtung Kampen oder nehmen die Fähre nach Dänemark, wieder andere, nämlich unsere Gruppe, besuchen den nördlichsten Punkt Deutschlands am Ellenbogen (wahlweise auch schon mal irrtümlich als "Wir fahren doch heute zum Knie?" bezeichnet), an dem sich zufällig gerade zig Seehunde um eine "rastende Robbe" scharen.


Abends kann man sich über das Gelernte, schon zuvor besuchte Retreats und Workshops oder interessante Bücher im Gemeinschafts- oder Glashaus austauschen, zusammen lachen, stricken o. ä.

Erwähnen möchte ich außerdem noch die vierstündige freiwillige Schweigezeit, an der alle Teilnehmer einen Nachmittag teilgenommen haben. Hierbei kann man ein wenig austesten, ob eventuell ein Schweigeretreat etwas für einen ist. Wir nehmen schweigend in der Gruppe unser Essen ein (welches mir an allen Tagen übrigens überaus gut geschmeckt hat, obwohl ich sehr pingelig bin) und unternehmen beispielsweise einen Genuss-Spaziergang im Schweigen.


Allerdings tat mir die Frau aus einem anderen Kurs etwas leid, die ich in den Dünen traf und die mit mir ein nettes Gespräch beginnen wollte. Ich hoffe, ich konnte ihr höflich verständlich machen, warum ich gerade nicht für ein Gespräch zu haben war ... Alle Teilnehmer haben die Stunden im Schweigen sehr genossen.


Nach intensiven Tagen in der Gemeinschaft und ebenso intensiven Ausflügen in die Natur sowie in die eigenen Gefühlswelten - „dies ist kein Wohlfühlkurs“ - ging der Kurs dann schon seinem Ende entgegen. Jeder hat etwas aus dem Kurs für sich mitgenommen, da Evelyn und Christel es schafften, auf alle 12 Personen individuell einzugehen. Davor ziehe ich meinen Hut.


Als Gruppe haben wir mitgenommen, wie schnell eine Gemeinschaft von Fremden zu Bekannten und Freunden zusammenwachsen kann, dass jeder oft mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat, teilweise aber auch mit ganz anderen. Jeder in der Gruppe hat seine Berechtigung, jeder kann einem die Augen öffnen oder ganz viel Unterstützung geben. In der Abschlussrunde verrate ich, dass ich, je näher der Kurs rückte, doch auch ein paar Zweifel hatte.
Frage: „Wer macht denn wohl sowas?“
Antwort: „Menschen wie Du und ich, die sich für mehr interessieren als nur für Konsum und Karriere, die schon die ein oder andere Krise gemeistert haben und lernen möchten freundlicher mit sich selbst und mit der Welt umzugehen.“


Ich fahre auf der Straße, die von Klappholttal Richtung Westerland führt zum Terminal des Syltshuttles. Das tiefstehende sonnige Novemberlicht schafft eine atemberaubende Atmosphäre. Schwalbenschwärme und ein Star-Trek-Soundtrack („That new car smell“) begleiten mich auf meinem Weg über die Insel. Wie oft sagt man heutzutage „Alles gut“. Aber jetzt gerade in diesem Moment ist wirklich alles gut so wie es ist ...
--------
Links:

Samstag, 12. August 2017

Tagebuch/Notizbuch von kitaken (Yoga, Meditation etc.)

English summary at the bottom of this entry!
* Tagebuch schreibe ich schon seit ich des Schreibens fähig bin (Grundschulalter). Natürlich hat sich der Inhalt über die Jahrzente geändert. Als ich begann, zu meditieren, habe ich in regelmäßigen Abständen etwas ins Tagebuch geschrieben. Seit geraumer Zeit aber (mindestens 2 - 3 Jahre), schreibe ich täglich etwas in ein - ich nenne es mal - "Aktionstagebuch" ("spirituelles" Tagebuch ist mir zu esoterisch ...). Ich brauche bald ein neues Buch und bin beim Googeln über den Shop von Kitaken gestoßen.

* Ich habe dann auch gleich noch ein Notizbuch zum Verschenkden mitbestellt. Kenji Kitahama von Kitaken schickt Euch verschiedene Muster zu. Ihr könnt das Notizbuch noch durch eigenen Text individualisieren lassen (mein Buch hat den Titel "Nordwolken", analog zu meinem anderen Blog) und den Buchrücken (hier blau, bei meinem Buch dunkelrot) könnt Ihr auch auswählen. Die Bücher sind toll verarbeitet und wurden sehr schnell geliefert.

* Oben noch zwei Beispiele aus meinem aktuellen "Aktionstagebuch", wobei es sich um ein ähnliches Buch gleichen Musters von Buch und Box handelt (kann ich ebenfalls empfehlen). Hier vermerke ich täglich in verschiedenen Farben etwas zu meiner Yogapraxis, zur Meditation, autogenem Training, Dinge, die am Tag passiert sind, Dinge für die ich beispielsweise dankbar bin und inspirierende Zitate.

* This blog entry deals with the beautiful handmade notebooks and journals made by a shop called Kitaken and that I regularly write a yoga and meditation journal embellished with quotes and other entries in different colours. The quote on the last picture of this entry shows my category "inspirational quotes" and it is a quote by Dogen meaning:

"Flowers, while loved, fall; and weeds, while hated, flourish."

Sonntag, 4. Juni 2017

Urlaubszeit, Leichtigkeit: Buch Strala Yoga


For the English version (or any other language) use
the "Translate" button on the right side.

Sommerzeit, Urlaubszeit! Und damit auch Zeit, mehr Leichtigkeit zu kultivieren. So sah ich kürzlich das Buch "Strala Yoga" von Tara Stiles in der Buchhandlung. Mag sein, dass sie ein "gehypter Yogastar" ist, aber da ich bei YouTube ab und an mal Videos von ihr mit Asana-Abfolgen mitgemacht hatte und diese mir auch gut gefallen hatten, musste ich unbedingt mal ins Buch hinein schauen. Im Gegensatz zu der Flut an sonstigen Yogabüchern, die mir nur ein müdes Gähnen entlocken konnten, hat mich dieses Buch durch den lockeren Schreibstil (ok, manchmal vielleicht übertrieben locker) und durch die interessant aussehenden fotografierten Übungsfolgen sehr angesprochen. Darüber, dass Tara Stiles' Lebensgeschichte (aus deutscher Sichtweise) etwas "amerikanisch" blauäugig und verklärt ist (sie hat den Yogaweg ganz uneigennützig gewählt, weil sie seit jeher das Bedürfnis hatte, Menschen zu helfen ...), muss und kann man auch mit Leichtigkeit hinweg sehen. Denn um Leichtigkeit geht es ja in dem Buch und die Betonung der Leichtigkeit ist es wahrscheinlich auch was mich sehr anspricht. Ab und an, und gerade im Urlaub, möchte man mal aus seiner normalen und eventuell zeitweise auch starren (Ashtanga-)Praxis ausbrechen und kreativer sowie noch mehr "im Flow" üben.
Man sieht, es geht von Anfang an ordentlich zur Sache in dem Buch. Eine der ersten Übungsabfolgen enthält Handstand-Variationen. Für Anfänger gibt es hier keine Variante, außer, dass man eben nur so weit in die Position hinein gehen soll, wie man es kann. Wenn man schon etwas Yoga-Erfahrung hat, wird man damit zurecht kommen und die Übungen entsprechend anpassen.
Es wird von Anfang an ein großes Augenmerk auf den eigenen Atem gelegt. Das ist für die Yoga-Praxis eigentlich nichts Neues, wird aber oftmals etwas stiefmütterlich behandelt. In den Texten zu den Übungen wird beschrieben, wann man ein- und wann man ausatmen sollte. Noch übersichtlicher wäre es geweisen, dies mit Abkürzungen über die Fotos zu schreiben. Auch hier werden erfahrenere Yoga-Praktizierende intuitiv wissen, wie geatmet werden sollte.
Das Buch bietet Abfolgen für verschiedene Zwecke, beispielsweise, ob man sich "viatlisieren", "entspannen" oder "sanft werden" möchte. Wie sehr man die Übungsabfolgen in so einer Schublade stecken kann, sei mal dahin gestellt ... Der lockere Schreibstil und die Bilder mit jungen Menschen, die Spaß haben, in der Gruppe oder am Strand Yoga zu üben (siehe oben), soll wahrscheinlich ein Publikum ansprechen, das jünger ist als ich. ;)
In abgesetzten andersfarbigen Boxen gibt es immer mal wieder Tipps zum Üben. Hier werden nicht wirklich Geheimnisse verraten. Wenn man die schwierigen Positionen meistern will, muss man eben sehr viel (mit Leichtigkeit) üben. Trotzdem sind die Tipps ganz nett zu lesen.

Auffällig ist, dass der Fokus auf stehenden Übungen liegt. Es gibt auch ein paar Übungsabfolgen (siehe oben) mit sitzenden Positionen, aber diese sind deutlich in der Minderheit. Wahrscheinlich bieten sich stehende Positionen besser für fließende Abfolgen an. Bei den YouTube-Videos ist mir außerdem schon öfter aufgefallen, dass sich viele Positionen wiederholen, beispielsweise liebt Tara Stiles "Down Dog Split" und seine Variationen. Das kann manchmal etwas eintönig werden, aber da diese Position in der ersten Serie im Ashtanga Yoga gar nicht vorkommt, ist es für mich eine willkommene Abwechslung. Und sitzende Postionen könnte man ja noch selber einbauen, denn beim Strala Yoga geht es ja auch um die eigene Kreativität.


Es wird immer mal wieder das Thema Meditation angerissen und ganz, ganz grobe Hinweise zu einer Art Achtsamkeitsmeditation gegeben. Da das Buch im Untertitel unter anderem mit "Achtsamkeit" wirbt und die Autorin nach eigenen Angaben vor dem Yoga schon eine wie auch immer geartete Meditatonspraxis hatte, hätte man hier vielleicht ein wenig mehr erwarten können. Aber um tiefer (bzw. sehr tief) in dieses Thema einzusteigen, empfehle ich doch andere Bücher - Empfehlungen siehe unten in der Kontra-Aufzählung. Zumindest gibt sie ein paar Hinweise, wie man "achtsam" in die einzelnen Positionen "hineinspüren" kann.

Es wird sich zeigen, ob das Buch für mich nur eine "Urlaubsliebe" ist oder etwas solideres ist. Hier noch mal zusammengefasst Pro und Kontra aus meiner Sicht:

Pro:
  • Fotografisch ansprechende Übungsabfolgen.
  • Aufforderung, die Leichtigkeit ins Leben und die Übungen zu holen und nicht so strikt an Regeln zu hängen.
  • Augenmerk darauf, im eigenen Atem zu üben und Hinweise dazu jeweils bei den Übungsabfolgen.
  • Lockerer Schreibstil und dadurch recht angenehm zu lesen.
Kontra:
  • Nicht wirklich viele Tipps für Varianten für Anfänger.
  • Relativ wenige Übungsabfolgen, in denen sitzende Postionen zusätzlich zu den stehenden Positionen vorkommen.
  • Einige sich oft wiederholende Asanas.
  • Das Thema Meditation wird extrem oberflächlich behandelt. Hier empfehle ich "Die Praxis der Achtsamkeit" von B. H. Gunaratana (ich kenne allerdings nur die englische Version). Zur Zeit lese ich außerdem das "Handbuch Meditation" von Culadasa John Yates und "Mastering the Core Teachings of the Buddha" von Daniel Ingram, die aber beide schon sehr in die Tiefe gehen.
Ich habe mich dann heute mal am Strand mit einem kreativen "Flow" ausgetobt und auch mal wieder "Bakasana"/"die Krähe" geübt. Es fällt mir leichter, das Asana am Strand zu üben, da man nicht so Angst haben muss, dass wenn die Arme nachgeben, man hart fällt ...
Ich danke Dir für Deine Aufmerksamkeit und hoffe, dieser Blog-Eintrag hat Dir ein wenig gefallen. Lebe lang und in Frieden!

---
Links:

Sonntag, 23. April 2017

Irrglauben / Misconceptions (Meditation)


*[DE] Dieses Bild sah ich Freitag beim Bäcker, als ich mein Mittagessen einnahm. Es gefällt mir obwohl dieser Imperativ einen Irrglauben widerspiegelt. Es wird uns nie gelingen, den Geist vollends zum Schweigen zu bringen. Das ist noch nicht einmal das "Ziel" bei der Meditation. Dazu ein Zitat von Charlotte J. Beck:

"Wir werden 'unsere konzeptionellen Gedanken los', wenn wir, durch beharrliches Beobachten, die Irrealität unserer ichbezogenen Gedanken erkennen."

Wir wollen unseren Geist also nicht völlig von jeglichen Gedanken befreien sondern erkennen, dass die Aktivität unseres Geistes nur Gedanken sind, Gedanken, die auch nur Gedanken sind und nicht die Realität darstellen.

Über weitere Fehlannahmen zum Thema Meditation kann man hier lernen. Die Seite ist allerdings auf Englisch. In dem sehr guten Buch "Die Praxis der Achtsamkeit. Eine Einführung in die Vipassana-Meditation" von Bhante Henepola Gunaratana kann man ebenfalls über Irrglauben zum Thema lesen. Ich habe kürzlich die englische Ausgabe ("Mindfulness in Plain English") gelesen und bin ziemlich begeistert von der Klarheit, mit der das Thema Meditation dort beschrieben wird!

*[EN] I saw this picture at the bakery while having lunch on Friday. I like it although this imperative reflects a misconception. You will never manage the brain to shut up completely. And that is not even a "goal" you have while medidtating. Here is a quote by Charlotte J. Beck what meditation is about:

"We 'rid ourselves of conceptual thought' when, by persistent observation, we recognize the unreality of our self-centered thoughts."

So, you do not want to free your mind of all thoughts completetly but to see that your brain activity is just about having thoughts, thoughts that are just thoughts, not reality.

You can learn about further misconceptions on meditation here. The highly recommendable book "Mindfulness in Plain English" by Bhante Henepola Gunaratana includes a chapter on such misconceptions as well. I have read the book recently and I am quite impressed about the clarity the author manages to describe the subject of meditation!

----
Links:

Montag, 17. April 2017

Green willow's friendliness


.青柳のあいそう付る我家哉
ao yagi no aisô tsukeru waga ya kana

the green willow's
friendliness rubs off
on my house
- Kobayashi Issa
(haiku quoted from the website

Freitag, 14. April 2017

Awareness is like the sun ...

Awareness is like the sun.
When it shines on things,
they are transformed.
(Thich Nhat Hanh)

Sonntag, 2. April 2017

David Swenson Ashtanga Yoga Workshop

*[DE] Nach zwei Jahren Asthanga Yoga Praxis nur zusammen mit "meiner" Lehrerin, besuchte ich gestern zum ersten Mal eine Ashtanga Yoga Klasse bei Power Yoga Germany (Hatha Yoga Kurse hatte ich zuvor schon besucht). Zum ersten Mal in Hamburg und dann gleich bei David Swenson - einem der berühmtesten Ashtanga Yoga Lehrer heutzutage. Daher war ich schon ein wenig aufgeregt, aber auch neugierig.
Meine Zweifel, ob das überhaupt das richtige für mich ist, legten sich aber sehr schnell, als David in lockerer Art und Weise und mit viel Humor Fragen beantwortete und das Thema der Klasse "FLYING FLOATING AND HANDSTANDING" einleitete. Immer wieder machte er auch Übungen/Asanas vor. Ich war sofort begeistert, denn alleine dafür hat es sich schon gelohnt. Es ist doch nochmal etwas anderes, wenn man einen erfahrenen Übenden statt auf YouTube tatsächlich live sieht, wie er seinen ganzen Körper kontrolliert nur mit den Händen in alle möglichen Stellungen heben kann. Und es sieht so einfach aus!

*[EN] After two years of Ashtanga Yoga Practice together with "my" teacher only, I attended an Ashtanga Yoga class for the first time yesterday at Power Yoga Germany (I had attended Hatha yoga classes before). For the first time in Hamburg and with David Swenson - one of the most famous yoga teachers nowadays. Hence, I was a little bit excited, however I was curious as well.
My doubts whether this class was the right one for me dissipated quickly when David replied in his light-hearted manner and with a lot of humour to questions and introduced the subject of the class "FLYING FLOATING AND HANDSTANDING". From time to time he demonstrated asanas. I was immediately enthralled since it was worth participating in this class for seeing these asanas live in this way alone. It is different, indeed, to see an experienced practicioner live (instead on youtube) lifting
his whole body with his hands alone in various positions in a controlled manner. And it looks so easy!
*[DE] Die Tipps und Tricks, die er uns gezeigt hat und die vielen Partnerübungen, die dem Körper ein Gefühl dafür gegeben haben, wie es sich anfühlen könnte, wenn man es dann irgendwann alleine kann, waren sehr hilfreich. Ich lernte auch, dass Handstand alle Übungen sind, in denen der Körper in der Luft ist und nur die Hände auf dem Boden sind. Dies beginnt in der Ashtanga Yoga Praxis beispielsweie mit den Sonnengrüßen (beim Springen), beim vor- und zurückspringen in den Vinyasas, bei Bakasana (die Krähe) etc. Den klassischen Handstand haben wir in Vierergruppen dann auch geübt, das war mir dann aber nicht so geheuer ...
David zeigte auch immer wieder Varianten für das "Durchspringen" auf. Seine Botschaft war nämlich, dass es nicht darauf ankommt, irgendwann perfekt Durchspringen zu können. Es ist wichtig Spaß zu haben. Man soll die Sache nicht zu verbissen angehen, nicht 6 Tage die Woche üben, wenn es sicht nicht gut anfühlt. Mann soll mit Humor und Spaß üben. Die Lehrer von denen er am Meisten gelernt hat, waren die Lehrer, die viel Humor hatten. Dass er solch ein Lehrer ist, hat er bewiesen! Zum Glück unterrichtet "meine" Yogalehrerin ebenfalls in diesem Sinne.

*[EN] The hints and tricks he showed us and all the many partner exercises, making the body feel how it could feel if you might be able to do it on your own some day in the future were quite helpful. I also learned that all exercises with the body being in the air and the hands on the floor are handstands. In Ashtanga Yoga it begins i.e. with the sun salutations (when jumping), jumping through and back in vinyasas, in bakasana (the crow) etc. We also practiced the classic handstand in groups of four but that was a little bit intimidating for me ...
Additionally, David showed us variations for "jumping through". His message was that it is not about being able to jump through perfectly. It is important to have fun. You should not approach the practice in a grimly manner, you should not practice 6 days a week when it does not feel good. You should practice with humour and fun. The teachers he had learned the most from were those teachers with lots of humour. David proved to be such a teacher! Fortunately, "my" yoga teacher teaches in this manner as well.
Autogramm in David's Buch "The Practice Manual"
Autograph in David's book "The Practice Manual"
Thank you David, I cannot wait to try everything I learned on my mat at home. :)


Links: