Freitag, 2. März 2018

Verrückt nach Kapok



Seit ich angefangen habe zu meditieren hat sich über die Jahre zugegebenermaßen das ein oder andere Meditationskissen angesammelt. Ganz am Anfang saß ich natürlich auf zusammen gefalteten Decken. Ich wusste ja noch nicht, ob das wirklich etwas für mich ist. Außerdem bevorzugte ich in der ersten Zeit den Fersensitz. Die Sitzhaltung und auch die benötigte Sitzhöhe hat sich über die Jahre verändert, so auch die Formen und Größe der Kissen. Und seitdem ich regelmäßig zu einer Zen-Gruppe gehe, manifestierte sich der Wunsch ein traditionelleres schwarzes Kissen in die kleine Sammlung mit aufzunehmen. Dieses Kissen ist mein erstes Kissen mit Kapok-Füllung. Das Sitzgefühl hat mich so begeistert, dass ich kurzerhand Kapok-Füllmaterial für zwei meiner älteren Kissen nachbestellt habe. Eins davon wird nämlich immer mal wieder von meinem Mann genutzt und das andere Kissen wird auch weiterhin von mir benutzt werden, wenn auch nicht so häufig wie das neue „kleine Schwarze“.

Wie ich schon in dem Beitrag über meine Yogamatte schrieb: Dies ist übrigens ein rein privater "Old-School-Blog" - ich verdiene nichts mit ihm oder mit Werbung für irgendwelche Produkte und habe es auch nicht vor. Den Blog schreibe ich in erster Linie für mich und für den ein oder anderen, der sich eventuell für die Themen interessiert. Das ist alles.

Bei allen Kissen, die ich gekauft habe, war es mir wichtig, zu wissen, wo sie gefertigt werden. Glücklicherweise können sie, gemäß eigenen Angaben auf den jeweiligen Webseiten, alle in Deutschland genäht und gestopft werden.

Mediationskissen von Bosiki, Füllung: Bio-Dinkelspelz
Meine ersten 3 Kissen, mit denen ich jahrelang zufrieden war, und es auch immer noch bin, sind von Bosiki, einem Unternehmen in Schleswig-Holstein. Bei Bosiki kann man sich sein Kissen über den Online-Shop individuell zusammen stellen, beispielsweise kann man Kissenhöhen, Farbkombinationen oder Symbole für das Kissen auswählen. Es gibt nun auch ein sogenanntes „Step-Kissen“, welches in der Höhe veränderbar ist. So braucht man nicht mehr, wie ich, über die Jahre verschiedene Meditationskissen ansammeln *räusper*.
Ich habe viele Jahre gut auf den Bosiki-Kissen mit der Bio-Dinkelspelz-Füllung gesessen. Im direkten Vergleich zur Kapok-Füllung muss ich aber sagen, dass ich persönlich kein Kissen mit dieser Füllung mehr kaufen würde. Ich bevorzuge einfach das glattere Sitzgefühl auf Kapok. Außerdem sind die Kissen mit Kaopok-Füllung in ähnlicher Größe auch merklich leichter als die mit Dinkelspelz-Füllung. Letztlich ist das aber Geschmackssache.

Meditationskissen „Roshi, klein“ von Bausinger, Füllung: Kapok
Wie Ihr wahrscheinlich schon rausgehört habt, ist dieses Kissen momentan mein absoluter Favorit. Bausinger ist eine 1977 gegründete Yogamanufaktur, deren Werte gemäß Webseite „Bio, Fair, Nah“ sind. Die Meditationskissen und -bänkchen werden in Behindertenwerkstätten in Deutschland gefertigt. Von allen hier vorgestellten Online-Shops wurde dieses Kissen übrigens am schnellsten geliefert, Lieferzeit 2 Werktage. Das Meditationskissen „Roshi, klein“ ist gefüllt mit Kapok, das man eventuell als Polstermaterial von Sofas etc. kennt. Ich empfinde das Sitzen auf dem Kissen als sehr angenehm, da es nicht zu hart und nicht zu weich ist und sich vor allem im Gegensatz zu Dinkelspelz glatt anfühlt. Außerdem sind die Kissen, die damit gefüllt sind, viel leichtgewichtiger als Kissen vergleichbarer Größe mit Dinkelspelz. Passend zu dem kleinen Roshi habe ich mir bei Bausinger noch ein Stützkissen für mein rechtes Bein gekauft. Ratet mal, womit es gefüllt ist … ;) Genau, ebenfalls Kapok.

Meditationskissen „BlossOm Pure“ von BlossOm, Füllung Schaumstoff-Flocken
Dieses Kissen sah ich irgendwann bei meiner Yogalehrerin und war sofort verliebt. Wenn ich nach dem Yoga gut gedehnt war, habe ich darauf meine ersten Versuche gemacht, im halben Lotos zu sitzen. Und ich konnte diesen Sitz auch 20 Minuten ohne Schwierigkeiten halten. Es gibt bei BlossOm aber auch weitere Formen, die für andere bevorzugte Sitzhaltungen geeignet sind. Gemäß Webseite besteht das Füllmaterial aus Schaumstoff-Flocken mit hoher Raumdichte, die aus Resten einer deutschen Matratzenmanufaktur stammen. Ich empfinde das Sitzen darauf ähnlich wie auf Kapok, vielleicht ein klein wenig fester, aber auch schön glatt. Im Sommer nehme ich es gerne mit auf den Balkon, um gemütlich darauf im Freien zu sitzen. Dieses besondere Kissen kann ich sehr empfehlen, hier muss man aber nach der Bestellung mit ein wenig Wartezeit rechnen.

Oben noch ein paar Fotos von meiner Austausch-Aktion, meine alten Kissen mit Kapok zu füllen. Das rote Kissen wird nämlich, wie oben erwähnt, seit einiger Zeit auch regelmäßig von meinem Mann verwendet. Er soll ebenfalls in den Genuss dieser angenehmen Füllung kommen. Beim Austausch ist es für den Reißverschluss des Kissens von Vorteil, wenn das Kapok in ein Inlet, ein Innenkissen, gefüllt werden kann (graues Kissen). Das Kapok verfängt sich sonst gerne schon einmal in dem Reißverschluss. Außerdem ist eine Fusselrolle sehr hilfreich wie man an den Klamotten auf dem Foto rechts unten sieht ...

Samstag, 17. Februar 2018

"How we sit zazen is how we live our life"


Please find an English summary of this entry written in German at the end of this post.

Kürzlich habe ich nach längerer Zeit mal wieder zwei Episoden des empfehlenswerten Podcasts "The Zen Studies Podcast" gehört. In der Episode 47 "How to Guide Your Own Meditation Part 1: Do Something, Don’t Just Fall Asleep" fiel der Satz "How we sit zazen is how we do everything" (auf deutsch: "Wie wir im zazen sitzen/meditieren ist wie wir alles tun"). Beim nächsten Sitzen (Zazen/Meditieren) fiel mir der Satz wieder ein, nachdem ich mich mal wieder in Gedankenketten verloren hatte. Allerdings erinnerte ich mich etwas anders an ihn: "How we sit zazen is how we live our life" (auf deutsch: "Wie wir im zazen sitzen/meditieren ist wie wir unser Leben leben"). Diese Version gefällt mir besser, vielleicht habe ich sie sogar schon mal irgendwo anders gelesen oder gehört.

Wenn ich mich sonst in Gedankenketten verliere, kehre ich zurück zu einer Körperempfindung, einem Geräusch, einem Geruch (manchmal duftet ein Duschgel oder ähnliches) etc. Dies mache ich immer noch. Seitdem ich mich an diesen Satz erinnert habe, frage ich mich allerdings auch hin und wieder, wenn ich mal wieder abschweife, "wie will ich leben?" oder einfach nur "wie?". Es geht ein bisschen in die Richtung von "what is this?", eine Fragestellung die Martine Batchelor lehrt, die im koreanischen Zen unterwiesen wurde. Mit diesem "what is this?" oder "was ist das?" konnte ich vor einem Jahr, als ich den Online-Kurs von ihr mit gemacht habe, nicht viel anfangen. Wahrscheinlich ist mein Ansatz auch gar nicht zu vergleichen und es ist doch etwas völlig anderes.

Bei mir bewirkt diese Frage "wie (will ich leben)?" kurz innezuhalten, ob ich diesen Gedanken, denen ich gerade Raum schenke, tatsächlich gerade folgen will. Will ich gerade, dass dieser Songtext in meinem Kopf herumschwirrt, will ich mich gerade über jemanden ärgern, will ich schon wieder über irgend etwas, was ich noch zu tun habe nachdenken? Oder will ich jetzt einfach nur in diesem Moment sein? Manchmal kann es sein, dass man an etwas Schönes denkt und eigentlich nicht davon ablassen will. Dann ist das auch okay. Es geht nicht darum, etwas zu ändern oder zu verbessern. Es geht darum, innezuhalten und zu erkennen, was man gerade wirklich will.

Ich habe gemerkt, dass es sich für mich auch lohnt, sich diese Frage im Alltag zu stellen. Will ich jetzt eine schöne Zeit mit meinem Partner verbringen, oder mit ihm irgendein Problem aus dem Alltagsleben diskutieren. Zumindest komme ich danach wieder schneller in den Moment zurück, der jetzt gerade ist und den ich erleben will.

English summary:
The sentence "How we sit zazen is how we do everything" from Episode 47 "How to Guide Your Own Meditation Part 1: Do Something, Don’t Just Fall Asleep" of the recommendable podcast "The Zen Studies Podcast" was an eye opener to me. Though I have remembered it a little bit differently during my next meditation session, i. e. as "How we sit zazen is how we live our life", this sentence and the following questions "how would I like to live my life?" or just "how...?" emerging from it, have been serving as an "anchor" since. An "anchor" like the more common anchors just as returning to the breath or listening to sounds etc. This new anchor helps me to pause and ask myself whether I want to get lost in the thoughts just arising, whether I want to get angry about something or someone now, whether I want to go through my to do list while meditating. These questions also help me in my daily life.

Sonntag, 11. Februar 2018

Brennholz / Firewood

Brennholz wird zu Asche, und die Asche kann niemals wieder zu Brennholz werden.
("Genjokoan", Dogen, Übersetzung: Nishijima/Cross/Linnebach)

Firewood becomes ash; it can never go back to being firewood.
("Genjokoan", Dogen, Translation: Nishijirma/Cross)